Sonntag, 17. Oktober 2010

Mal wieder Verbreitung von Falschmeldungen - DITIB gegen Islam-Studiengänge?



Nun stellte Bildungsministerin Schavan kürzlich die Standorte der Universitäten vor, an denen Islamische Studien gelehrt werden sollten. Diese Information fand auch Eingang in die Presse. Dabei las ich in der Frankfurter Rundschau, die DITIB (Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion) stehe diesem Vorhaben "skeptisch gegenüber". Ich wurde stutzig. Ausgerechnet die DITIB der Deutschtürken? Einer der liberalsten Verbände, der vielleicht einer Art "Euro-Islam" einiger Leute am nächsten kommt? In anderen Zeitungen stand sogar, die DITIB "lehne die Imam-Ausbildung ab". Also schaute ich mal kurz auf die Internetseite der DITIB, und war nicht überrascht, dass dort auf die Möglichkeit extra hingewiesen wird, dass man seit 2009 in der Goethe Universität in Frankfurt a. M. ein Ergänzungsstudium Islamische Theologie studieren kann, was einen unter anderem dazu befähigen sollte, in muslimischen Gemeinden zu arbeiten (anders als Islamwissenschaftler, dessen Berufsbild diese Arbeit eher nicht vorsieht). Das schaut doch nicht danach aus, das die DITIB den neuen Studiengängen entgegensteht?



So folgte auch nicht lange nach den Zeitungsmeldungen eine Pressemitteilung, die diese Falschmeldungen klarstellt. Ich wette, diese Pressemitteilung wird nicht in den Medien Erwähnung finden, und sich das Bild beim Leser festsetzen, einige muslimische Verbände seien gegen die Islamischen Studien.

Ich zitiere mal aus der Pressemeldung der DITIB:

"DITIB begrüßt die Entscheidung der Bundesbildungsministerin Mittel für die Einrichtung von Islamzentren zur Verfügung zu stellen 

Köln, 15.10.2010 - (...) Die Türkisch Islamische Union als mitgliederstärkste islamische Religionsgemeinschaft hat bereits im Vorfeld und dies bei verschiedensten Anlässen, so z.B. in ihren Pressemitteilungen und Stellungnahmen, immer wieder betont, dass sie der Etablierung einer islamischen Theologie in Deutschland positiv gegenüber steht, und dass sie einen solchen Prozess begleitet und unterstützt. Erwartungen wurden ausgesprochen. In konstruktiven Arbeitskreisen und internen Besprechungen mit den Hochschulen hat DITIB entscheidend zur schnellen Umsetzung der Empfehlungen beigetragen.   Eine Religionsgemeinschaft, die selbst sehr viel Wert legt auf eine wissenschaftlich ausgerichtete islamische Theologie, nunmehr zu kritisieren, sie sei gegen die Etablierung der islamischen Theologie an deutschen Hochschulen, ist falsch.  
DITIB hat sich seit ihrer Gründung stets für eine wissenschaftliche Ausbildung ihrer Imame eingesetzt und nur derart ausgebildetes Personal ihren Gemeinden vermittelt. Dieses Personal musste leider aus dem Ausland angeworben werden, weil der deutsche Arbeitsmarkt entsprechendes Personal nicht zur Verfügung hatte. (...)

Parallel zu den Einsätzen der Imame in den DITIB-Moscheen hat sich DITIB auch für den akademisch theologischen Nachwuchs in Deutschland eingesetzt. So wurde die Errichtung eines Instituts für Studien der Kultur und der Religion des Islam an der Universität in Frankfurt verlangt. Es wurde mit Drittmitteln der DITIB ermöglicht, dort Studierenden wurden ferner Stipendien vergeben. Um den Wünschen deutscher Abiturienten nach einem Studium der islamischen Theologie entgegenzukommen, wurden auch weitere Kooperationen mit anderen Hochschulen geschlossen. Deutsche Abiturienten können bereits seit 2005 auch wieder mit Stipendien der DITIB an den angesehenen theologischen Fakultäten in Istanbul und Ankara studieren. So bildet DITIB bereits deutsche Islamtheologen aus, die ersten Absolventen stehen dem deutschen Arbeitsmarkt auch schon zur Verfügung.   Konsequent ist für DITIB aus diesem Grunde neue Hochschulstandorte zu fördern und zu unterstützen.   Die Entscheidung, unter Berücksichtigung der Empfehlungen des Wissenschaftsrates, theologische und religionspädagogische Lehrstühle einzurichten, die im Allgemeinen den wissenschaftlichen Stand der islamischen Theologie im Ausland widerspiegeln und mit diesem kooperieren werden, da Deutschland diesbezüglich noch Aufholbedarf hat, und die vor allen Dingen das Vertrauen der Muslime und der muslimischen Gemeinden in Deutschland gewinnen werden, findet bei DITIB Zustimmung.   An dieser Stelle halten wir es auch für erforderlich, Falschmeldungen richtig zu stellen: Die gestrigen Meldungen zum Thema wollten zum Teil wissen, und dies ohne eine Quelle hierfür angeben zu können und unter Vernachlässigung journalistischer Gründlichkeit -, dass DITIB das Vorhaben “entschieden ablehnt”. Diese Meldungen ignorieren – vielleicht auch bewusst – die ausdrückliche Begleitung der Umsetzung der Empfehlungen sowie die bisherigen von DITIB selbst eingeleiteten und finanzierten Schritte.   (...)
Auch hier wird DITIB tätig werden. Überdies wird DITIB gemeinsame Projekte mit den Hochschulen durchführen.   Gegen Falschmeldungen, die angeblich im Namen der DITIB erfolgen, wird unsererseits konsequent – nötigenfalls auch juristisch – vorgegangen. Behauptungen von Einzelpersonen, Körperschaften oder Medienvertretern, DITIB sei “entschieden gegen dieses Vorhaben” sind haltlos. DITIB wird vielmehr auch im weiteren Verlauf ihre konstruktiven Beiträge und Vorschläge den betreffenden Stellen und Personen unterbreiten - und dies vielleicht noch intensiver als bisher -, und hofft, dass die neu einzurichtenden Islamzentren Deutschland und seinen Muslimen zum Wohl gereichen werden."

So, leider wieder einmal ein "Bild des Schreckens", was die Recherchefähigkeit, oder Willigkeit (?) etlicher Journalisten anbelangt.
Dies hängt auch mit dem negativem Image der DITIB in den Medien, die immer wieder wiederholt werden zusammen, jüngst heute in der Phoenix-Talkrunde Tacheles.

Dazu mal einige Anmerkungen:
Es wird meist als Makel in den Medien und Diskussionen dargestellt, dass die meisten Imame in Deutschland aus der Türkei kommen. Kommen müssen, darf man hinzufügen, denn seit 20 Jahren wird seitens etlicher Verbände eine wissenschaftliche Imam-Ausbildung in Deutschland angemahnt, doch geschehen ist bis in jüngste Vergangenheit nichts. Also sollte man nicht seitens der Politik den Finger auf die türkischen Imame richten, um eigenes Versäumnis zu kaschieren. Die türkischen Imame werden nicht selten als subversive "5. Kolonne" angesehen, dieses ist in gewissen Aspekten auch richtig und ich verstehe die Ängste und das Unbehagen etlicher Bürger - die aber vorwiegend, wie fast immer, aus Unkenntnis besteht. Ich hingegen bin regelrecht "froh" darüber, dass der Islam in Deutschland vorwiegend in seiner "türkischen" Ausprägung gelehrt wird. Und nicht in seiner "arabischen" Form.
1. Die meisten Turkvölker, also auch die Türken der Türkei, folgen der hanefitischen Rechtsschule. Und diese Rechtsschule gilt unter den vier vorhandenen als die liberalste. Hinzu kommt noch, dass im Osmanischen Reich ein bestimmtes, besonders undogmatisches und pragmatisches Gelehrtenwerk quasi als Staatshanefitentum verpflichtend gelehrt wurde. In dieser relativ liberalen Tradition der Islamauslegung befindet sich auch die Türkei.
2. Die Türkei ist trotz Reislamisierungstendenzen immer noch viel liberaler, als alle arabischen Länder. Diese Liberalität zeigt sich im Laizismus, vor allem aber auch durch eine "Zügelung" des Islams und seiner Strömungen durch die zentrale staatliche Religionsbehörde (Diyanet). Dort werden die Predigten im Lande abgesegnet, so dass "Hasspredigten" bis heute weitgehend eingedämmt werden konnten. Die Religionsbehörde ist auch für die Korankurse und deren Ausrichtung zuständig. Es gibt sogar Frauen als Vizemuftis in der Türkei. Undenkbar in vielen Staaten mit muslimischer Mehrheit. Sicher gibt es Strömungen innerhalb der Religionsbehörde, die konservativ bis sehr konservativ sind, und sich mit einigen hiesigen Kirchenvertretern wunderbar verstehen würden. Mir geht es aber darum, darauf hinzuweisen, dass innerhalb der islamischen Welt die Türkei und deren Religionsbehörde relativ liberal sind.
3. Im Gegensatz zu vielen Imamen außerhalb der DITIB, z.B. auch von konservativeren, orthodoxeren türkischen und nichttürkischen Verbänden, sind die Imame aus der Türkei wissenschaftlich geschult, haben oft ein mehrjähriges Universitätsstudium hinter sich, ähnlich den Theologen in hiesigen Kirchen. Diese werden auch glücklicherweise teilweise vom türkischen Staat bezahlt. Denn Leute mit Qualifikation kosten eben mehr Geld, als "Laienprediger". Denn in vielen Verbänden befinden sich eben keine wissenschaftlich geschulten Imame, sondern nicht selten sind dort Ehrenamtliche tätig, die vielleicht mal in ihrem Jahresurlaub einen Fortbildungskursus in arabischen Ländern absolvierten. Die Gemeinden können sich teilweise auch Hochqualifizierte gar nicht leisten (ein Problem, welches noch virulent wird, wenn die ersten Absolventen der neuen Studiengänge Arbeit suchen werden). Oder es sind Autodidakten. Sie sind oft ehrenwerte Mitglieder der Gemeinde, jedoch sind ihre Kenntnisse vom Islam eher in einer tradierten, unreflektierten Form, durch Elternhaus, Koranschulen, usw. geprägt. Nicht selten angereichert durch den seit dem Sturz des Schah im Iran 1979 um sich greifenden Fundamentalismus und dem mit Petrodollars verbreiteten wahhabitischen Islam der Saudis. Dieser findet sich in TV-Predigten, im Internet, früher in Kassettenform. Auch die türkischen Imame sind davon beeinflusst, aber wenn diese einen universitärem Bildungsbackground haben, dann können sie inhaltlich und argumentativ dem eher standhalten und auch widersprechen.
4. Diese Form der staatlichen Kontrolle des Islams in der Türkei ist eben entstanden, weil Atatürk verhindern wollte, dass der Islam politisch instrumentalisiert werden konnte. Also eigentlich ganz im deutschem Interesse. So werden meiner Kenntnis nach auch die Predigten der deutschen DITIB durch die entsendeten türkischen Imame ebenfalls durch den Kulturattaché des Konsulates kontrolliert.
5. Wer meint, der türkische Staat unterwandere durch die DITIB Deutschland, der hat wie oben angemerkt teilweise Recht. Ich sage aber: Richtig so! Besser, als wenn ein deutscharabischer Imam seine Ausbildung bei den Muslimbrüdern in Ägypten erhielt, oder Fortbildungskurse in Medina bekam. Oder im Iran. Ausserdem:
6. Die türkischen Imame der Türkei haben leider einige Defizite. Dazu gehörten die Sprachkenntnisse, aber auch deren begrenzte Aufenthaltsdauer. Dabei können sie sich natürlich auch weniger in hiesige typische Integrationsfragen einarbeiten. Außerdem wirkt hier der türkische Nationalismus bis in die deutschen Moscheen hinein, und können integrationshinderlich sein. Denn er trifft auf nahrhaftem Boden, denn selbst wenn Deutschtürken einen deutschen Pass haben, fühlen sie sich nicht selten auch oder ausschließlich als Türken.Weil ihnen dieses nicht selten tagtäglich durch die Mehrheitsgesellschaft verdeutlicht wird. Da lassen dann auch die türkischen Imame diese ausgegrenzten Identitäten nicht in Stich, und vermittelt ihnen die Geborgenheit innerhalb der türkischen Identität. Sie vermitteln auch nicht selten einen Konservatismus. Wie man ihn vielleicht ähnlich in einigen katholischen Kreisen findet. Aber: Die Türkei hat sich in den letzten 30 Jahren rasant entwickelt. Ebenso in gesellschaftlicher Hinsicht, wenngleich das patriarchalische Gesellschaftsmodell noch gepflegt wird, auch wenn in der Türkei ein Jahrzehnt früher wie in Deutschland die Zeit reif war für eine Frau als Ministerpräsidentin. Übrigens findet man dieses Patriarchat in ähnlicher Form in den meisten Regionen Südeuropas und Südosteuropas ganz genauso! Trotzdem sind große Teile der Türken in vielen Punkten schon mehr im 21. Jahrhundert angekommen, als viele Gruppen hiesiger Deutschtürken. Denn diese haben ihre aus den 50er Jahren stammenden Wertvorstellungen beim Rückzug in ihre Traditionen in Deutschland öfters bis heute konserviert, besonders in den eher bildungsfernen Schichten. Währenddessen wandelte sich dieser Wertekanon in der Türkei dank Privatisierung der Massenmedien seit den 80er Jahren immer schneller. Dieses hat auch Einfluss auf die Imame aus der Türkei. Nun sind diese sicherlich meistens nicht liberaler als ein evangelischer hamburger Pfarrer, können aber durchaus liberaler und auf Ausgleich statt Konfrontation und Abgrenzung bedacht sein, als Teile ihrer Gemeinde in Deutschland.
7. Wer wirklich wissen möchte, was in den meisten deutschen Moscheen am Freitag gepredigt wird, nämlich in denen der DITIB, der kann sich online jede Predigt mal anschauen. Dann kann man sich selber überzeugen, ob dort Verfassungsfeindliches steht oder nicht (Natürlich weiß ich selber, dass man aus der offiziellen Predigt nicht in die Köpfe der Imame reinschauen kann. Dafür gibt es soziologische Untersuchungen, wie die des Rauf Ceylan, siehe unten. Die bieten da schon eher Anhaltspunkte. Aber immerhin kann durch das Lesen dieser Predigten das "flaue Gefühl" ein wenig beseitigt werden, wenn man denkt, man wisse nicht, was in den Hinterhofmoscheen gepredigt würde. Diese "Ausrede" gilt nach Lesen meines Postings nicht mehr.)
Alle Freitagspredigten der DITIB

Dabei will ich auch gar nicht verschweigen, dass nicht selten die Predigten an den Alltagsproblemen der Migranten vorbei gehen, oder die bildungsferneren Muslime die innewohnenden Metaphern und Allegorien schlicht nicht verstehen. Dieses kann verbessert werden, aber wenigstens bieten sie weniger ein Grund zur Sorge, als vielleicht die paar Prozent Imame, deren Orientierung eben nicht die Türkei ist, sondern z.B. die Muslimbrüder in Ägypten.

Trotzdem ist es natürlich vorzuziehen, wenn in deutschen Unis Imame ausgebildet werden.
Jedoch herrscht offenbar bei Teilen der Öffentlichkeit und den Medien ein Zerrbild über die türkischen Imame und die Türkei vor. Und es wird zu wenig beim Betrachten des Islams differenziert und der wahhabitische ultraorthodoxe Islam mit dem in der Türkei verwechselt.

Wer sich weiter informieren möchte, über die Imame in Deutschland, der schaue in folgende Links mal rein:

  • 3sat.online
    Imame als Integrationskatalysatoren?
  • Autor Ceylan über Imame in Deutschland: "Extremisten gibt es nur wenige" - taz.de Welche Imame gibt es, wieviel Prozent sind konservativ, progressiv, extremistisch, was wird eigentlich gepredigt
  • "Bei Yildirim D. Ali war es das Schicksal Michael Jacksons, das ihn die Dortmunder Dreifaltigskeitkirche führte. Als Imam der muslimischen Gemeinde betete er mit deutschen und türkischen Anhängern des US-Stars. Für seine Predigten lernte Ali Deutsch."
    Der Imam predigt bald auf Deutsch
  • Kooperation der Behörden:
    Auswärtiges Amt - Deutschkurse für türkische Imame
  • 6 aufschlussreiche Seiten:
    "Mehr als Vorbeter: Zur Herkunft und Rolle von Imamen in Moscheevereinen
    Melanie Kamp
    "Über Imame in Deutschland wird immer wieder kontrovers in der Öffentlichkeit diskutiert. Knapp zusammengefasst lautet die Kritik an den Imamen, die mehrheitlich aus dem Ausland stammen, dass sie nicht ausreichend mit der deutschen Sprache und der deutschen Lebenswirklichkeit vertraut seien und darüber hinaus religiöse Normen und Werte vermittelten, die einer Integration von Muslimen in Deutschland im Wege stünden. Doch wie wird jemand eigentlich Imam in Deutschland, welche Rolle nehmen Imame in den Moscheegemeinden ein und welche Tätigkeiten üben sie dabei aus? (...)"  
  • Mehr Infos in zahlreichen Artikeln in diesem ausnahmsweise voll einsehbaren und downloadbaren googlebook:
    Recht und Religion in Europa ... - Google Bücher
    Christine Langenfeld (Hrsg.): Recht und Religion in Europa: zeitgenössiche Konflikte und historische Perspektiven. Universitätsverlag Göttingen, 2008

    Was wird schon gemacht?
    Landeskundliche Schulung türkischer Imame
    Die Konrad-Adenauer-Stiftung stellte ein neues Programm für die Schulung türkischer Imame im Rahmen eines Fachgesprächs der Öffentlichkeit vor


Kommentare:

  1. Hmm, es liegt in der Natur der Sache, dass bei anonymen Bewertungsmöglichkeiten zu Postings, keinerlei Begründungen gegeben werden müssen. Trotzdem würde mich mal interessieren, was den Ausschlag eines Leser gegeben hat, diesen Artikel negativ mit einem Stern zu bewerten? Vielleicht gab es ein Missverständnis, oder ich habe etwas in meiner Argumentation übersehen? Bin halt neugierig, und würde ggf. etwas erläutern wollen... :)

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  2. Besser, als wenn ein deutscharabischer Imam seine Ausbildung bei den Muslimbrüdern in Ägypten erhielt, oder Fortbildungskurse in Medina bekam. Oder im Iran.

    Ein solcher Imam sollte in Europa überhaupt kein Aufenthaltsrecht haben und schon gar nicht predigen dürfen.
    Es wäre schon ein wichtiger Schritt wenn in den türkischen Moscheen und davor nicht überall Flaggen hängen würden. Das sieht nämlich stark nach territorialer Eroberung aus, quasi türkisch erobertes Staatsgebiet. Und selbst eine deutsche Flagge hat dort nichts zu suchen. Religion ist Religion und Politik Politik, fertig. Und die Namensgebungen so mancher Moschee sollte geändert werden. Keine islamischen Eroberer. Das ist provozierend und respektlos. Das sollte selbst der orthodoxeste Muslim begreifen. Engel und Heilige bzw. Propheten gibts auch im Islam. Würde bis auf den Religionsstifternamen Mohammed friedensstiftender Wirken auf die Umwelt.
    Und abschließend zum Thema extremistische Imame. Wenige oder nicht. Es darf überhaupt keine extremistischen Imame auf dem EU-Gebiet geben!! Was glauben Sie was sich ein katholischer Pfarrer anhören müsste, (auch und vor allem von der eigenen Gemeinde) wenn er über das Deutschtum, irgendwelchen Kriegsschlachten und den barbarischen Türken schwadronieren würde?

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  3. Antwort Teil 1: Das ist vielleicht mal eine Idee, extremistischen Imamen die Einreise zu verweigern. Also welchen, die nachweislich bei radikalen muslimischen Gruppierungen ihre Ausbildung erhielten, oder die Extremistisches publizierten.
    Das mit den Flaggen ist eben dem für deutsche Verhältnisse ungewohntem und recht starkem Nationalismus oder Nationalgefühl der Türken geschuldet. Vor skandinavischen Kirchen hängen auch mal Flaggen, uns kommt das immer recht fremd vor, und ich teile deine Ansicht, dass auf diese Flaggen gerne verzichtet werden könnte, zumal auch viele nichttürkischstämmige Muslime irritiert sind, wenn sie in der Moschee türkische Flaggen als Wandschmuck erblicken.
    Namensgebung ist so eine Sache. Ich meine, es gibt genug Kirchen, deren "Heilige", Schutzpatrone, Namensgeber in der Geschichte auch nicht immer die zimperlichsten waren, aber das ist auch OK, denn die Kirchen stehen ja bei uns, und nicht selten wurden sie errichtet, als noch niemand daran hätte Anstoß nehmen können. Ich denke aber, dass es meist eine Überinterpretation ist, wenn man die Benennung einer Moschee z.B. mit einem Sultan gleich mit einem Machtanspruch in Deutschland assoziieren würde. Die Personen, die vielleicht vor einigen Dekaden den Namen aussuchten, wollten meist einfach eine ruhmreiche Gestalt als Namensgeber, eine Person, auf die sie stolz waren, und ich glaube nicht, dass sie intellektuell so weit dachten, wie dieser Name auf ihre Umwelt wirken könnte. Erst Recht damit einen "Machtanspruch" artikulieren wollten. Denn "Machtanspruch" worauf? Hier ist Deutschland, und wir 80 Millionen sollten selbstbewusst sein und nicht unser Licht immer so unter dem Scheffel stellen. (Ausserdem: Es mag bei neueren Moscheen vereinzelt sicherlich auch dieser "Machtanspruch" bei der Namensgebung geben, ich vermute aber, dass unsere Proteste oder Unbehagen bei denjenigen Bauherren erst dazu geführt haben, auf den Gedanken zu kommen, ihre Moscheen nach ruhmreichen Eroberern bewusst so zu nennen. Vielleicht steht in diesem Buch mehr dazu drin, jenseits von unseren Vermutungen?)

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  4. Antwort Teil 2:
    Zu guter Letzt: Extremistische Imame in der EU: Tja, leider kann man wohl extremistische Gedanken nicht gänzlich verhindern. Zumindest solange nicht, wie man ein guter Demokrat ist, der das Grundgesetz achtet, oder wahlweise zusätzlich ein gläubiger Christ/Jude/usw. ist.
    Denn es wird immer einen Prozentsatz an Personen geben, die verfassungsfeindliche Gesinnungen haben, und dieses auch anderen mitteilen werden. Und da gibt es nicht nur die wenigen Hassprediger aus dem Islam. Nicht wenige christliche Gruppierungen stehen auch mit einem oder beiden Beinen ausserhalb der Verfassung, und vertreten ihre Botschaften in ihren Zirkeln, seien es die erzkonservativen Piusbrüder, oder etliche evangelikale Gruppierungen. Einige sehen sich gar einer Eskalation des Nahostkonfliktes herbei, damit Armageddon endlich wahr werden könne. Und so weiter. Das sind auch nicht alles in Europa stark expandiere US-amerikanische fundamentalistische Einflüsse wie in dieser Doku zu sehen ist, sondern durchaus hier entstandene Extremismen.

    Daneben gibt es noch Scientologen, organisierte Kriminalität (Mafia, usw.), Neonazis, Linksradikale, und, und, und, deren staatszersetzendes Tun ich für erheblich größer halte, als die doch überschaubaren muslimischen Hassprediger und ihre Wirkungsmächtigkeit. Auch wenn erstere kaum in der Presse thematisiert werden, letztere hingegen schon recht oft. Aber erhöhte Medienpräsenz bedeutet nicht zwangsläufig auch erhöhte wirkliche "Gefahr" oder stark erhöhte Zunahme an Aktivitäten. Ein Beispiel für die Diskrepanz von öffentlicher Wahrnehmung durch Medienpräsenz und tatsächlicher Sachlage ist die stark erhöhte Zunahme in den Medien über Schwerstkriminalität, wo jeder Ottonormal-Medienkonsument denkt, die Schwerverbrechen würden immer mehr zunehmen, das Leben in Deutschland für Leib und Leben immer unsicherer werden. Schaut man hingegen in Untersuchungen hinein, oder Kriminalstatistiken, so gehen die Schwerverbrechen seit Jahren kontinuierlich zurück.
    Von mir aus kann man allen obigen extremen Gruppen das Wort abschneiden, ihre Wirkungsstätten schließen, muslimischen Hasspredigern, wie allen anderen auch. Dabei aber gleichzeitig die Freiheitlichkeit aller zu gewährleisten wird aber schwer werden und man muss da abwägen. Nicht mit Kanonen auf Spatzen zu schiessen wird die Aufgabe sein.

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