Donnerstag, 14. Juli 2011

Wer macht mehr Angst, Salafiten wie Pierre Vogel oder Evangelikale?

"Gehorche Jesus oder stirb!"
Fundamentalistischer Missionar
auf einem Campus in den USA
Heute stolperte ich über ein Video auf Hennings Blog über Evangelikale beziehungsweise christliche Fundamentalisten, welches ich unten verlinke. Dabei fiel mir bei einer Szene am Brandenburger Tor, wo Evangelikale zu mehr als Zehntausend (!) ekstatisch und lautstark den Prediger folgten eines auf: Wo wird eigentlich mal in den üblichen Medien von der "Unterwanderung" Deutschlands durch diese rechten Evangelikalen diskutiert?
In den letzten Tagen hingegen finden wir immer wieder Berichte über islamistische Salafiten wie den ominösen Pierre Vogel, der eher eine Karikatur seiner selbst ist. Nicht nur wird damit er und seine Sekte oder islamistische Bewegung damit über Gebühr aufgewertet, nein, die Medien tragen auch Mitverantwortung dafür, dass diese Bewegung weiter Zulauf gewinnt. Dabei gibt es in Deutschland nur geschätzte 3000 - 5000 Salafiten, wie einige Experten hier und hier schätzen. Ein Bruchteil der geschätzten 1,3 Millionen Evangelikalen. Und lass es auch inzwischen 10.000 Salafiten in Deutschland geben, verglichen mit den Evangelikalen sind sie eigentlich nur eine absolute Randerscheinung - nur nicht in den Medien. Und von diesen Salafiten sind die meisten auch in der Praxis verfassungstreu, wenngleich sie am liebsten in einem "Gottesstaat" leben würden, wie viele der Evangelikalen in ähnlicher Weise ebenfalls. Nun mag man einwenden, dass von diesen zehntausend Salafiten durchaus wenige Hundert gewaltbereite Dschihadisten sein könnten. Richtig. Aber selbst wenn diese erfolgreiche Anschläge verüben würden, könnten sie Deutschland niemals verändern (abgesehen von einer dann einsetzenden Welle der Intoleranz Minderheiten gegenüber und starken Abbau von Persönlichkeitsrechten seitens der Politik nach Vorbild der Heimatschutzbehörde der USA). Ganz anders die Evangelikalen. Nicht nur haben sie ein starkes Wachstum an neuen Anhängern, nicht nur indoktrinieren sie gezielt die Jugend Deutschlands, sie betreiben nicht selten aggressives Missionarswesen, nein, einige Gruppen der Evangelikalen planen nichts geringeres als eine "Revolution" in Deutschland, wie der Protagonist der ersten Doku es unten beschreibt. Sie haben die Möglichkeit weit stärker zu wachsen, als es die Salafiten jemals könnten, sie haben die Möglichkeit unbemerkt Politik, Medien, Gesellschaft zu "unterwandern", wie es die Salafiten niemals könnten, sie haben die Möglichkeit ein anderes Deutschland zu schaffen, wo der liberalen Gesellschaft große Einschränkungen drohen würden.

Dabei möchte ich nochmals betonen: Die allermeisten Salafiten sind friedliche Menschen, die einfach nur nach ihrer rigiden Auslegung des Islams leben möchten, manche von denen betreiben aktives Missionieren, einige befürworten auch Gewalt zum Erreichen ihrer ideologischen Ziele, würden aber selber nie aktiv werden, und eine kleine Minderheit der Salafiten ist durchaus bereit selber zur Waffe zu greifen, vorwiegend im Ausland, z.B. Irak, Afghanistan, usw. und davon wiederum sind einige wenige bereit auch hierzulande Gewalt anzuwenden. Letzteres muss selbstverständlich auch erkannt, beobachtet und gegebenenfalls bekämpft werden.
Und bei den Evangelikalen sind die allermeisten ebenso friedliebende Menschen die Gewalt ablehnen, die auch in der Praxis verfassungstreu wie die meisten Salafiten sind, wenngleich beide nur die Autorität Gottes als letzte Instanz insgeheim oder offen akzeptieren. Etliche der christlichen Fundamentalisten betreiben aktives Missionieren und nur ein kleiner Teil befürwortet Gewalt zum Erreichen ihrer ideologischen Ziele.

Auch bei Kindern lösen gehirnwäschemäßige
Massenevangelisationsveranstaltungen tiefe Emotionen aus
Was diese Gruppe aber für uns alle zu einer vielleicht größeren Gefahr im Vergleich zu den Salafiten macht, ist einerseits, dass sie nicht als etwas "Fremdes" wahrgenommen wird, daher es leichter fällt Anhänger zu gewinnen, dass sie viel aktiver bei den Kindern und Jugendlichen missionieren als es die Salafiten können, dass sie überall in der Gesellschaft an den entscheidenden Schalthebeln unerkannt sitzen können, da sie weder Kopftücher noch Rauschebart und Häkelmützchen tragen, dass Teile der Evangelikalen Deutschland durchaus "revolutionär" verändern möchten, wie es die Salafiten nie könnten, selbst wenn alle Muslime Deutschlands (4% der Bevölkerung Deutschlands, nur mal zur Erinnerung) dieser Sekte folgen würden, dass allein deren hohe Anzahl doch schon eine größere Wirkmächtigkeit entfalten könnte als Linksextremisten, Rechtsextremisten und Islamisten gemeinsam, und letztlich, dass diese christlichen Fundamentalisten medial kaum einmal Erwähnung finden und daher ihre Aktivitäten und vor allem deren Hintergründe und deren Agenda der breiten Öffentlichkeit verborgen bleiben. Da hat man in den letzten Jahren schon eher mal etwas von der Gefahr die von Scientology ausgeht gehört.

Die Evangelikalen hätten durchaus die Macht Deutschland entscheidend in eine gewisse illiberale Richtung zu verändern. Die Salafiten werden diese niemals haben. Die Medienberichterstattung sollte dem einmal Rechnung tragen.

Hier nun zwei Dokus, die Einblicke geben in die Szene der Evangelikalen:

Jesus' junge Garde
Die christliche Rechte und ihre Rekruten

Die amerikanische Bet- und Bußgemeinde "The Call" fasst in Deutschland Fuß. In den USA ist die religiöse Rechte bereits zu einer einflussreichen politischen Kraft geworden. Auch in Europa gewinnen die christlichen Konformisten durch systematische Evangelisation an Terrain. Hauptzielgruppe ist die Jugend, die den großen Kirchen abhanden kommt. ...
Bitte auf 3Sat weiter lesen.


Hier gibt es weitere Informationen zur dieser Bewegung "The Call" auf der Wikipedia.






Die zweite Doku ist ebenfalls interessant, wurde mehrfach ausgezeichnet, und war sogar Oscar-nominiert als beste Dokumentation des Jahres.

Jesus-Camp
Die Gotteskrieger vom Teufelssee

Sie sollen genau so radikal ihr Leben für das Evangelium riskieren, wie junge Moslems das ihre für den Islam. Das will Becky Fischer, Pastorin der evangelikalen Christen, die mit über 80 Millionen Mitgliedern in den USA zunehmend an Macht und Einfluss gewinnen. Am „Devil’s Lake“, dem Teufelssee, in Nord Dakota werden junge Christen in „Gotteskrieger“ verwandelt. ...
Bitte weiterlesen  beim WDR.

Noch mehr Hintergrundinfos erhält man auch hier bei der Wikipedia. Sowie auf der Seite der Filmemacher.

Trailer zu Jesus Camp mit einigen erschreckenden Einblicken - besonders, da es kleine Kinder betrifft (englisch, die Doku unten ist aber in deutsch):


Weitere Trailer zu Jesus Camp



1. Teil der vollständigen Doku Jesus Camp auf deutsch bei youtube:


Die weiteren Teile bitte direkt bei Youtube schauen.

Wenn man sich durch diverse Sender im Kabelfernsehen oder gar im Satellitenfernsehen durchzappt, begegnen einem immer wieder diverse Sendungen, ja ganze Sender, die offenbar ein Menschenbild verbreiten, á la: "Wir - die Christen, die Evangelikalen - sind das auserwählte Volk, wir sind mehr wert, alle anderen kommen in die Hölle, Abtreibungsbefürworter werden ewig brennen, Gott wird uns in eine gottgefällige Gesellschaft führen, es kommt bald die Entscheidungsschlacht am Tag des Armageddons, die Zeichen verdichten sich, usw."
Sowas ist nicht gerade demokratieförderlich, ebenso wenig wie die Weltanschauungen der Salafiten, die haben aber wenigstens noch keine Fernsehsender oder Sendungen....

(Bildquelle: Wikimedia Commons: 1 Saraware, 2 Paul M. Walsh)

Kommentare:

  1. Radikale sind immer gruselig...ich verstehe diese Leute nicht - und bin irgendwie froh darüber ;)

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  2. Ich finde, das ist kein sehr guter Vergleich. Die 1,3 Millionen Evangelikale kannst du doch nicht alle mit Salafiten gleichsetzen. Außerdem gibt es in Deutschland nach offiziellen Angaben bis zu 30.000 gewaltbereite islamisten und Umfragen haben ergeben, dass 15% aller Muslime in Deutschland die Demokratie ablehene, also etwa 600.000.
    Kennst du etwa nicht Milli Görüs?
    Der Verfassungsschutz sagt, sie betreut 8 % der deutschen Moscheen und ist damit neben der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion der bedeutendste muslimische Verband in Deutschland.
    Nicht zu vergessen die Sauerland-Gruppe und andere Terrorzellen, die eine größere Gefahr darstellen als Evangelikale.

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  3. Wenn du den Text aufmerksam liest, dann liest du, dass ich schon differenziere und betone, dass die meisten Evangelikalen, wie die meisten Salafiten Gewalt ablehnen und nur einfach friedlich ihre Religion ausleben möchten. Ich kenne in gewissem Umfange auch Milli Görus, und dort sind Gruppen vertreten, mit denen ich nix anfangen kann, doch auch dort sollte man nicht den Fehler machen alle unter Generalverdacht zu stellen, denn die meisten sind ebenfalls gewaltlos. Außerdem teilen nicht alle Gläubigen oder Mitglieder die strengere orthodoxe Glaubensrichtung der Führung, sondern gehen einfach in eine Milli Görüs Moschee, weil diese sich in der Nähe der Wohnung befindet, und etliche auch gar nicht so darüber reflektieren, wer nun der Betreiber ist, weil sie einfach nur beten wollen, und gut ist.
    Wenn 15% der Muslime die Demokratie ablehnen sollten (was nicht gleichbedeutend ist, wenn sie meinen das Gott die letzte Instanz ist, was auch die Frage dahinter sein könnte), dann würden sie sich sicherlich in "guter Gesellschaft" der Deutschen befinden, denn es gibt bestimmt ebenso viele, die die Demokratie ablehnen und lieber einen Führer hätten, eine Monarchie hätten, oder einen wie auch immer gearteten autoritären christlichen Gottestaat hätten.
    Ich halte die "Gefahr" durch Evangelikale auch weniger gegeben, indem sie Terroranschläge verüben, sondern eher dadurch, dass sie langsam die gesellschaftlichen Debatten beherrschen könnten, die liberalen Eliten durch sie selbst ersetzen könnten, dass es zur Vermischung von Religion und Politik kommt, wie in den USA des Bush, dass Gruppierungen wie die Tea-Party und hiesige Rechtspopulisten mit den Evangelikalen engere Allianzen eingehen.

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  4. Zum Thema "Tea-Party" ein interessanter Satz aus Wikipedia:

    "David Duke gab bekannt, eine Kandidatur zur Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2012 zu prüfen, nachdem er von zahlreichen Anhängern der Tea-Party-Bewegung dazu aufgefordert worden sei."

    Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/David_Duke

    Wer ist David Duke:
    - Ex-Chef des Ku-Klux-Klan
    - Holocaustleugner und Unterstützer von Ernst Zündel
    - Verurteilter Steuerhinterzieher und Betrüger (15 Monate Gefängnis)
    - Teilnehmer der Teheraner Holocaust-Konferenz 2006, mit Udo Voigt
    - Vertritt die Ansicht, die Anschläge vom 11.09.2001 seien vom Mossad durchgeführt worden, um Stimmung gegen den Islam (!) zu machen.

    Wahrscheinlich ist das mit den Aufforderungen zur Kandidatur nur eine Behauptung von Duke, aber die Ku-Klux-Klan-Webseite "Stormfront.org" rühmt sich, nicht unerheblichen Einfluss auf die Tea-Party zu nehmen.

    Ausserdem sprich das Verhalten der Tea-Party gegenüber der Menschenrechtsbewegung NAACP Bände.
    Beispielsweise weigert man sich, eine gemeinsame Resolution zur Ablehnung des Rassismus zu unterzeichnen, und fordert statt dessen die NAACP auf, Hassreden der Black-Panther-Bewegung zu verurteilen:

    Zitat:
    "Instead of joining us to repudiate racism, Tea Party leaders have attempted a tit for tat and demanded that we condemn the New Black Panther Party for reported hate speech. "

    Und weiter:
    "Dick Armey and other Tea Party leaders have not only refused to disavow the racism -- they have denied it."

    Nachzulesen hier;
    http://edition.cnn.com/2010/OPINION/07/16/tea.party.resolution/?fbid=gN5LJj4Sge6

    Gruss Der Falke
    http://derfalke.blogspot.com/

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  5. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass gewisse Teile der Bevölkerung da drüben "ein Rad abhaben". Danke für die weiteren Infos...

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  6. Christen sind aufgrund ihre Ethik IMMER gewaltlos. Evangelikale Gruppen üben vielleicht psychische Gewalt gegen sich selber aus, aber sie töten niemanden.
    Der Islam relativiert das Tötungsverbot an vielen Stellen: Hier wird schon "die Beleidigung der Religion" mit dem Tode bestraft (siehe Pakistan) und das wird religiös begründet.

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  7. Zitat: Christen sind aufgrund ihre Ethik IMMER gewaltlos...
    Wenn Christen immer gewaltlos seien, und diejenigen, wovon es nicht wenige gibt und gab, eben keine "echten Christen" seien, warum nicht auch diese Logik auf die Muslime anwenden?
    Es finden sich auch heute noch religiös begründete Gewalt auch durch Christen in der Welt. Leider. Siehe Uganda, oder Anschläge auf Abtreibungskliniken.... usw....

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  8. Mit Verlaub, aber der obige Beitrag ist eigentlich nicht mehr als armselig. Ausser dass ich mich als lernfähigen Atheist einordne, bin ich auch nöch ein jüdischer Deutsche, was mich berechtigt, zu behaupten, dass ich eine grosse Distanz von all diesen Sekten und ihren Religionen halte.
    Auch betrachte ich sowohl fundamentalistischen als auch revolutionssüchtigen Sekten aller drei monotheistischen Religionen und ihrer Varianten als durchaus gefährlich für die Institution der Demokratie, so wie sie seit Mitte des XVIII. Jahrhunderts verstanden wird.

    Aber: Der Vergleich und die versuchte Gleichsetzung der Botschaft, Ziele, Methoden und Werkzeuge von Salafisten und Evangelikalen in unserer Umgebung, die zu den westlich-demokratischen und christlich geprägten Gesellschaften gehört ist ein misslungener Produkt von ideologisch stark verunreinigtem Denken und Manipulationsdrang.

    Ich werde keine Textanalyse hier unternehmen, um den stringenten Beweis der Irreführung zu bringen, da es die Arbeit nicht lohnt: der Autor weiß nur zu gut davon, und der Leser kann sich ruhig anstregen, sie im Text auszumachen, zumal sie im Text oft auftritt ...

    Sicher sind die beiden Bewegungen nicht demokratisch geprägt, aber die Evangelikalen sind die Kinder unserer
    - Geschichte,
    - Traditionen,
    - Religionen,
    - Kultur,
    - Gesellschaft,
    - Wissenschaftphilosophie,
    - Rechts-, Wirtschafts-, Politik- und Ordnungssysteme,
    wogegen die Salafisten - vereinfacht gesagt - die deklarierten Feinde, seien sie friedliche oder verdeckt bzw. sogar offen gewaltbereiteFeinde, ALLER obigen Komponenten unserer europäisch-nordamerikanischen judeo-christlichen Zivilisation sind.

    Ich werde hier auch nicht "lynxx" unter die Arme greifen, damit er die intellektuelle und analytische Glaubwürdigkeit, die er mit diesem Beitrag verspielt, wieder erlangt.

    Ich warne nur davor, mehr Angst vor polit-religiös infizierten Salafisten oder Evangelikalen als vor den ideologisch-befallenen Lynxx(x) und Konsorten aller Art, wie immer sich ihre Bewegungen, Überzeugungen, Pseudo-Wissenschaftslehren oder Weltanschauungen sich nennen mögen, zu haben.

    Denn dann kann man sich die Hände schmutzig machen, und es zu spät merken. Mann kann in die ideologische Falle fallen, und die Motive und fundamentalen Ziele der Salafisten sowie ihre teils provokativen, teils todernsten ISLAMISTISCHEN Ziele verniedlichen, bis es zu spät ist.
    Gleiches gilt, in doch milderer Form auch für Evangelikale. Denn seit Jahrhunderten haben nirgendwo in Europa und Nordamerika christliche Sekten der Demokratie ernsthaft gedroht, sondern nur Ideologien: erst Bolschewiken, dann auch Faschisten. Und heute Islamisten...

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  9. Ach, lynxx, noch etwas, was einem nicht zu Ehren gereichen kann, weder intellektuell noch wissenschaftlich: der Ausdruck "anti-muslimischer Rassismus" zeugt von nichts anderem als unverdautem, unreflektiertem Aneinanderreihen von Worten die sich miteinander nicht prokreativ vereinigen lassen, denn sie beschreiben miteinander unvereinbare semantische Spezies :-)

    Q.E.D.: Ideologie zerquetscht Ideen.

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  10. Kritik an: Sterben für Jesus / Gott - Missionieren als Abenteuer. Frontal 21. Hetze. (1)
    Halte die Gleichsetzung auch für schwierig, aus oben beschriebenem Grund und dem was mir bei Analyse der Berichte zu dem Thema und in Diskussionen in meinem Netzwerk auffiel, meist eher kritische Leute dann Christen gegenüber.

    Ich kann keinen der Berichte bezüglich deutscher Schein-Evangelikaler bestätigen, bin selbst Christ und kenne die beschriebenden Werke teils weil "man sie kennt" und teils persönlich wie auch deren Gedankenwelt - das ist Grundlage meiner Analyse der Kritik an möglichen Fundamentalisten, wie auch die Berichte selbst, die fast alle gespickt mit unvollständigen Informationen, aus dem Kontext gerissenen Aussagen und schlicht falschen Aussagen sind. Das hab ich am Ende bei ca. 4-7 verschiedenen Berichten Panorama, Frontal 21 und anderem festgestellt.
    Kritik an: Einschüchterung - Evangelikale Christen attackieren Journalisten ZAPP NDR. (1)



    Man kann nun glauben was man mag - die Gefahr das Glaube politisch missbraucht wird ist sicher immer da und in den USA real und Gefahr meine Einschätzung nach, allerdings wird auch hier gnadenlos aus dem Zusammenhang gerissen und kaum ein Bericht ist wirklich sachlich und versteht die Gedankenwelt der Christen dort wirklich. Wenn ich die Gedanken und Herleitung eines Christen nehme und knüpfe die Einschätzung und Wertung eines Menschen der das ablehnt daran, kommt ein Szenarion heraus, das man die Leute schlicht mit vorgefertigtem Einordnungsmuster missversteht - leider wird das durch Blogs wie diesen verfestigt dann.

    Deutschland muss nicht christlich werden, wenn es das nicht ist, wenn ich politisch instrumentalisieren würde, würde ich nun anfangen die Argumentation der verlorenen Werte und Probleme zu zitieren. Das ist zwar alles so, aber wenn ein Land es so will, soll es das so machen - Christen haben keinen Anspruch auf gesellschaftliche Macht ihrer Position, wohl aber Akzeptanz und vorurteilsfreie Prüfung von biblischen Aussagen sind wichtig - wenn man Christen wieder einmal beurteilt.

    Klar - im gewissen Umfang haben "wir" (?) selbst Schuld, weil unser Glaube und mancher lässt dies zu, politisiert wird. Das ist die eigentlich berechtigte Kritik und Schuld von Geschwistern meist aus den USA und in Deutschland sieht man das kaum. Instrumentalisierung meint Benutzung eines in anderem Zusammenhang wahren Umstandes, einer Sache die wahr ist, zu einem anderen Ergebnis ereichenden aktuellen Umstand und damit einhergehend gesellschaftliche Strukturierung und Einfluss mit dieser Wahrheit die zur Dogmatik auch für den wird, der sie nicht will. Das ist meist "richtend dann" und ist absolut unbiblisch - weil Christen sich selbst richten und prüfen und nicht die Gesellschaft, was nicht heißt, das sie nun Angst haben müssten Schuld und negative Entwicklungen anzusprechen. Die Gefahr liegt in der Emotionalisierung, dem Appel an Tradition, dem Malen eines Feindbildes in einem Atemzug, dem Kontext Islam dann, dem Kontext Israel und anderem.

    Das Christen nun gesellschaftlich Postionen einehmen und die Debatte ändern halte ich da für gut, wo die Debatte bisher ungut und einseitig eben wie in den Videos geschehen und Berichten, das dann verdreht - das alles ist aber - und das ist heute wie vor 5 Jahren noch genauso - das ist halt alles extrem subtil unterstellend und ein Szenario malend, was immer auch die geanze Bibel und alle Christen trifft - und das ist mein Hauptpunkt dann - es wird eben Gott, Bibel und Glaube damit grundsätzlich wann immer authentisch und glaubwürdig konsequent gelebt geprägt und stigmatisiert, eingordnet. Leute differenzieren nicht. Die Bibel wird damit in echter Umsetzung nicht mehr machbar und lebbar und man muss 2012 durchaus so ehrlich sein das daran durchaus politische wie auch kirchliche Interessengruppen ein starkes Interesse haben und hatten.

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  11. Lenkt es auch von eigenen leeren Kirchenbänken ab oder schafft eben Klischees und so weiter.

    Was man nicht vergessen darf ist, das erleben Christen seitdem ich denken und atmen kann in Deutschland, das fast alle konsequenten Christen dann unter dieser Stigmatisierung leiden und wenn auch nicht so das sie nun m Gefängnis landen oder leiden, so doch darin das man sie in einen Topf wirft mit denen die eben polarisieren, was das zweite Argument und Problem ist, neben der Politisierung. Es ist NICHT das konsequente das Problem in biblischen Gemeinden mit mehr Bibelnähe wenn man so will, es ist das politische und polarisierenden das Problem - die Undifferenziertheit macht das alles zum Problem - wenn Christen so denken genau wie wenn eher linke Menschen oder atheistische Menschen das dann einordnen versuchen.
    Jesus rettet - uns Christen vor uns selbst und Schuld. Daher helfen wir einander zurecht.

    Warum ist das so? Weil jeder auf seinem Kopf Einordnungs- und Rückschluss- wie auch Umkehrschluss-Szenarien und Wertung von Dingen trägt, die er über trägt und anwendet.
    Die andere Sache ist, das Christen sich oft nicht Jesu Veränderungsanspruch aussetzen - das ist leider so.

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  12. Klaus-Dieter, jedenfalls wäre es schon ein Gewinn, wenn die Erkenntniss, dass die im Artikel oben sicherlich nicht sehr detaillierten Rückschlüsse, die auch sicherlich manchmal zu pauschal gefasst sind, gleichermaßen auch auf die fundamentalistische Szene Deutschlands angewendet werden würde. Ich habe auch persönlich nichts dagegen, wenn Leute quitätistisch wie die Amish-People leben möchten, oder eben in einer anderen islamistischen Parallelwelt, solange sie sich in der Praxis an das Grundgesetz halten.

    Und Robert, du irrst dich in einem Punkte fundamental, wenn du annimmst, dass die islamistischen Fundamentalismen des Islams, nicht ebenfalls "Kinder unserer (also der westlichen) Geschichte, Gesellschaften, Wissenschaftphilosophien, usw." sind. Siehe meine Artikelserie über den Islamismus, indem ich ausführlich die Entwicklung dieser modernen Ideologie aufzeigte, stark beeinflusst, von westlichen Vorstellungen, wesensverwandt mit anderen fundamentalistischen Strömungen im Christentum und Judentum, die alle eine Antwort auf das Aufkommen der Moderne im 19. Jahrhundert versuchten zu geben.
    Es ist ja geradezu skuril, dass einer der Väter des Islamismus, Sayyid Qutb, sich von erzkatholischen Vorstellungen bei seinem Aufenthalt im USA stark inspirieren ließ. Dieses mögen u. U. heutige Islamisten gar nicht so gerne hören... ;-)

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